Stu­di­um des Goetheanismus

4-jähriger Zyklus, Wochen­end­kur­se
7. Semes­ter, August - Dezem­ber 2026

Goetheanismus als Zeitforderung

Das urei­ge­ne mensch­li­che Bedürf­nis nach Wis­sen wird heu­te auf das Mecha­ni­sche und Funk­tio­nel­le redu­ziert. Auf die­ser Grund­la­ge kann kei­ne befrie­di­gen­de Ant­wort auf die Fra­ge nach dem Wesen des Men­schen und sei­ner Auf­ga­be in der Welt gefun­den wer­den. Nur eine sol­che könn­te jedoch die für die Ent­wick­lung der Men­schen und der Kul­tur kri­ti­schen gesell­schaft­li­chen Gebie­te: Bil­dung, Ernäh­rung und Medi­zin mit wesens­ge­mä­ßen Gesichts­punk­ten und heil­sa­men Impul­sen durchdringen.

Wer sol­ches emp­fin­det, ruft oft völ­lig berech­tig­ter­wei­se nach Ganz­heit­lich­keit. Doch ganz­heit­li­ches Den­ken muss auch gelernt sein. Es ist Wis­sen­schaft als Kunst. Durch Johann Wolf­gang von Goe­the kam eine neue, das natur­wis­sen­schaft­li­che Erken­nen ver­tie­fen­de Erkennt­nis­art in die Welt. Rudolf Steiner hat die­se per­sön­li­che Erkennt­nis­art Goe­thes erho­ben in den Rang einer uni­ver­sel­len Erkennt­nis­theo­rie, die einen naturwissenschaftlich-empirischen Zugang zur Erkennt­nis des Über­sinn­li­chen, des see­li­schen und geis­ti­gen Wesens des Men­schen und der Welt schafft, und die den Namen Goetheanismus trägt. Es gibt seit mehr als 100 Jah­ren eine die natur­wis­sen­schaft­li­chen Anfor­de­run­gen erfül­len­de Geis­tes­wis­sen­schaft, wel­che befrie­di­gen­de Ant­wor­ten auf die Fra­ge nach dem Wesen des Men­schen gibt. Sie zeigt auch, wie die Ent­wick­lung von Mensch und Welt aufs innigs­te mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Aus die­ser Quel­le lässt sich ablei­ten, was im Gro­ßen und auch im Ein­zel­nen der Ent­wick­lung des Men­schen und sei­ner kul­tu­rel­len, sozia­len und natür­li­chen Lebens­welt not­wen­dig ist. Wer ein sol­ches Wis­sen anstrebt, ohne wie­der auf oberflächlich-mechanistische Mit­tel zurück­zu­grei­fen, bedarf der goe­thea­nis­ti­schen Erkenntnis-Kunst.

Das Stu­di­um

In dem vier­jäh­ri­gen, berufs­be­glei­ten­den Stu­di­en­gang lernt der Stu­dent, die Stu­den­tin die phi­lo­so­phi­schen und his­to­ri­schen Ent­ste­hungs­be­din­gun­gen des Goetheanismus ken­nen und wird sich sei­ner mensch­heits­ge­schicht­li­chen und kul­tu­rel­len Bedeu­tung bewusst. Die ers­ten bei­den Jah­re kön­nen als eine Art Stu­di­um gene­ra­le vor­ge­stellt wer­den. Im drit­ten und vier­ten Jahr ste­hen die phi­lo­so­phi­sche Begrün­dung und Metho­de des Goetheanismus und sei­ne For­schungs­in­hal­te im Vor­der­grund. Die damit ein­her­ge­hen­de Denk­schu­lung kommt jedem ein­zel­nen auf allen sei­nen Lebens­ge­bie­ten zugu­te. Es wird ein indi­vi­du­el­les Stu­di­en­ziel vereinbart.

Wer hier rich­tig ist
Wer das Bedürf­nis ver­spürt, eine uni­ver­sel­le Erkennt­nis­kunst ken­nen­zu­ler­nen, die ein tie­fes, umfas­sen­des und ganz­heit­li­ches Ver­ständ­nis von Mensch und Welt ermöglicht.

Wer wir sind
Bereits im 19. Jahr­hun­dert zog die Mensch­heit der von Goe­the und dem deut­schen Idea­lis­mus befruch­te­ten Wis­sen­schaft den bekann­ten technisch-industriellen Weg vor – mit den zer­stö­re­ri­schen, men­schen­feind­li­chen Kon­se­quen­zen auf allen Lebens­ge­bie­ten. Der Goetheanismus als Wis­sen­schaft des Leben­di­gen wur­de von den zeit­ge­nös­si­schen gesell­schaft­li­chen Strö­mun­gen nicht ergrif­fen und sei­ne For­schung und Pfle­ge lie­gen noch brach.

Wir erken­nen die dring­li­che Zeit­for­de­rung nach der Erkenntnis-Kunst Goe­thes und Rudolf Stei­ners und wol­len dem Goetheanismus eine Stät­te schaf­fen, wo er gelernt und gepflegt wird, und von wo aus er aus­strah­len kann.

Als Bildungsverlag tun wir die­ses mit der vor­lie­gen­den Stu­di­en­mög­lich­keit, mit Büchern und einer Zeitschrift.

Stu­di­en­in­halt / Themen

1. Jahr: Phi­lo­so­phie­ge­schich­te – Schär­fung des Pro­blem­be­wusst­seins
Geschich­te der Phi­lo­so­phie ist die des sei­ner bewusst wer­den­den Bewusst­seins. Kurz gefasst, das Ziel der Evo­lu­ti­on. So ver­stand sie Hegel, nach wel­chem nicht die Phi­lo­so­phie da ist, um die Welt zu erklä­ren, son­dern die Welt ist da, um Phi­lo­so­phie zu wer­den. Hegel wuss­te noch nicht, dass es Bes­se­res als Phi­lo­so­phie gibt.

2. Jahr: Goe­the­zeit – Anknüp­fung an die Kul­tur
Goe­the­zeit ist nicht die des Lebens und Wir­kens Goe­thes, son­dern umfasst Deutsch­lands Geschich­te als sol­che. «Als ich 18 war», sagt ein­mal Goe­the, «war Deutsch­land auch erst 18.» Man ver­steht ein Phä­no­men wie Goe­the nur wenn man es in sei­nem WERDEN ver­steht, welch letz­te­res sich mit Deutsch­lands Geschich­te deckt.

3. Jahr: Phi­lo­so­phie des Goetheanismus – Erkennt­nis­theo­rie
Goe­the war kein Phi­lo­soph, son­dern für die Phi­lo­so­phen. Die drei Rie­sen der deut­schen Phi­lo­so­phie woll­ten Phi­lo­so­phen sei­ner Welt­an­schau­ung wer­den. Das hat aber erst Rudolf Steiner geschafft, der eine bei Goe­the abwe­sen­de Erkennt­nis­theo­rie ent­wi­ckelt hat, ohne die Goe­thes Welt­an­schau­ung nur auf die Per­son Goe­thes ange­wie­sen war, mit der sie auch für jeden Men­schen da ist.

4. Jahr: Theo­so­phie des Goetheanismus – Geis­tes­wis­sen­schaft
Phi­lo­so­phie des Goetheanismus bleibt unvoll­endet, sobald unter Erfah­rung nur sinn­li­che Erfah­rung ver­stan­den wird. In Rudolf Stei­ners Theo­so­phie, deren Grund­la­ge die über­sinn­li­che Erfah­rung ist, erhebt sich die Phi­lo­so­phie des Goetheanismus zur Theo­so­phie des Goetheanismus, die als Geis­tes­wis­sen­schaft ihren Ursprung nicht mehr im Osten hat, son­dern in Goethe.

DIE KURSE UND VERANSTALTUNGEN STEHEN ALLEN OFFEN

Eine Teil­nah­me am gan­zen Stu­di­en­zy­klus wird nicht vor­aus­ge­setzt. Stu­di­en­zie­le wer­den bei Inter­es­se indi­vi­du­ell vereinbart.

Kon­zept: Prof. Dr. Karen A. Swass­jan, Phi­lo­soph, Autor, Dozent.

Kurs­lei­ter:
Johan­nes Kart­je, Wal­dorf­leh­rer: Semi­na­re, Übun­gen
Iris-Astrid Sei­ler, M.A.: Stu­di­en­lei­tung, Lek­tü­ren, Übun­gen
Rüdi­ger Blan­kertz, Autor, Wal­dorf­leh­rer i.R.: Studienwochenenden

Kurs­ver­zeich­nis für das 7. Semester

NÄCHSTER ZYKLUS AB SOMMER 2028

3‑jähriges Voll­zeit­stu­di­um, 4 Tage pro Woche und 1‑jähriges Auf­bau­stu­di­um, berufs­be­glei­tend.
Ver­ant­wort­lich: Iris-Astrid Sei­ler, M.A.

Das Voll­zeit­stu­di­um beinhaltet:

  • Phi­lo­so­phie­ge­schich­te
  • Kunst­ge­schich­te
  • His­to­ri­sche Etap­pen auf dem Weg zu Goe­the, 12. — 19. Jahrhundert
  • Die unor­ga­ni­sche Natur­wis­sen­schaft und die Wis­sen­schaft des Orga­ni­schen (Urpflan­ze, Typus) nach Goethe.

Vor­le­sun­gen, Lek­tü­re, Semi­na­re, indi­vi­du­el­les Stu­di­um, künst­le­ri­sches und wis­sen­schaft­li­ches Üben.

Das Auf­bau­stu­di­um beinhaltet:

  • Phi­lo­so­phie des Goetheanismus (Erkennt­nis­theo­rie)
  • Theo­so­phie des Goe­the­anim­sus (Men­schen­kun­de, Welt­erkennt­nis, Kosmologie)

Lek­tü­re, Semi­na­re, indi­vi­du­el­les Stu­di­um, künst­le­ri­sches und wis­sen­schaft­li­ches Üben.

Ori­en­tie­rungs­jahr 2027/28

Wol­len Sie schon im 2027 los­le­gen? Für das Jahr 2027/28 ist ein “Ori­en­tie­rungs­jahr-Stu­di­um gene­ra­le” geplant (Voll­zeit).  Es eig­net sich als Vor­be­rei­tung für das Stu­di­um.
Beginn: Som­mer 2027.
Ver­ant­wort­lich: Vol­krath Schrei­ber
Ort: Müll­heim TG / Schweiz
Kon­takt: +41 78 257 49 66
E‑Mail:  volkrath.schreiber (at) hotmail.com
(Web­sei­te im Aufbau)

Kurs­lo­kal

(aktu­ell lau­fen­de Ver­an­stal­tun­gen)
Biblio­thek und Lese­raum «Ein­blick Anthro­po­so­phie»
Lony Morf
Wartstras­se 14
CH-8400 Win­ter­thur

Kon­takt

Bildungsverlag für Goetheanismus
Iris-Astrid Seiler
Honig­gas­se 3
CH-8475 Ossingen
Tel. +41 (0)76 474 11 70
E‑Mail

Kon­to

Leih­kas­se Stamm­heim,
CH-8477 Ober­stamm­heim
IBAN CH56 0687 5392 2820 6368 8,
Begüns­tig­ter:
Iris-Astrid Sei­ler, Bildungsverlag, 8475 Ossin­gen
Bit­te in den Mit­tei­lun­gen immer den Zweck ange­ben!
Für steu­er­ab­zugs­be­rech­tig­te Spen­den nut­zen Sie das Kon­to vom Freun­des­kreis